Wierling und Zellmann rocken die Schwimmoper

01/11/2018

„Sehr spannend! Als Athlet macht so ein Wettkampf natürlich sehr viel Spaß“, lobt Damian Wierling das neue Wettkampfformat. Am vergangenen Wochenende hatten die „Smit Sport Opera Swim Classics“ in der Schwimmoper Wuppertal Premiere und der SG Essen-Athlet sorgte mit einem sensationellen Paukenschlag für ein spektakuläres Finale.

Aber der Reihe nach. In der Wuppertaler Schwimmoper – mit ihren beiden großen Tribünen ein wunderbarer Ort für Schwimmwettkämpfe – sind über viele Jahre hinweg die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften ausgetragen worden, bevor sie 2016 nach Berlin wechselten. In diesem Jahr hat der SV Bayer Wuppertal einen neues Schwimm-Event in der Schwimmoper auf den Weg gebracht: die Opera Swim Classics (26. – 28.10.). Geschwommen wurde das komplette FINA Programm inkl. 800 m und 1500 m Freistil. Brandneues Wettkampfelement: die SPEEDO-25m-Freistil-Challange. Die wird im KO-System ausgetragen: 25m-Sprint mit Achtel-, Viertel- und Halb-Finale bis zum Eins-zu-Eins-Showdown.

Runde um Runde reduzierten sich an den drei Wettkampftagen die Zahl der Sprint-Asse bis die beiden SG Essen-Athleten Damian Wierling und Fleming Redemann im Endscheidungskampf gegenüberstanden. Und der Showdown sollte es – zur Begeisterung der Zuschauer – noch einmal in sich haben. Während der Jugend-EM-Teilnehmer Redemann sich mit einer konstant guten Leistung (Vorläufe: 00:10,62; Achtel-Finale 00:10,58; Viertel-Finale: 00:10,69; Halb-Finale 00:10,37; Finale: 00:10,58) ins Finale schwamm, wurde Olympiateilnehmer Damian Wierling von Runde zu Runde schneller (Vorläufe: 00:10,36; Achtel-Finale: 00:10,22; Viertel-Finale: 00:10,21; Halb-Finale: 00:10,37). Im Finale durchbrach Damian Wierling dann die magische Schallmauer von 10 Sekunden auf 25m mit seiner Siegerzeit von 00:09,94. (Anm. zur Info: die magische 10 Sekunden-Marke über 25m bei den Schwimmern ist vergleichbar mit der magischen 10 Sekunden-Marke über 100m bei den Leichtathleten.)

„So ein Wettkampf im K.O.-System ist mal etwas ganz anderes. Da muss alles sitzen. Beim 25er muss der Start sitzen, da muss der Anschlag sitzen, da muss alles sehr perfekt laufen“, erklärt Damian Wierling. „Lief es dann auch. Ich hatte guten Druck drauf und so konnte ich mich von Rennen zu Rennen steigern und so konnte ich dann im Finale wie erhofft unter die 10 Sekunden schwimmen. Das war sehr, sehr schön. Da hat mir die Erfahrung über die Jahre viele Starts bei vielen Rennen gemacht zu haben, sehr geholfen“, sagt Damian Wierling.

Das neue Schwimm-Ereignis lockte zahlreiche Schwimmgrößen nach Wuppertal: Marco Koch, Kurzbahn-Weltmeister über 100m und 200m Brust 2016 und amtierender Kurzbahn-Weltrekordhalter über 200m Brust war zugegen, ebenso die mehrfache Olympiateilnehmerin Jenny Mensing und die Staffel-Europameisterin 2018 Reva Foos und Olympionik Robin Backhaus. Ausreichend Reibungswiderstand für die Top-Athleten aus Essen-Rüttenscheid: Lisa Höpink, Max Pilger, Damian Wierling und Poul Zellmann.

Wie erwähnt standen sämtliche FINA-Strecken auf dem Programm der Schwimmoper. Was besonders einen Essener elektrisierte: Poul Zellmann (Jg. 1995), EM- und WM-Teilnehmer machte die Smit Sport Opera Swim Classics zu seinem Wettbewerb und holte unter anderem sieben Goldmedaillen gehörte zusammen mit der Gladbeckerin Jessica Steiger zu den erfolgreichsten Athleten der Wettspiele. „Das war ein anstrengendes Wochenende“, kommentierte Poul Zellmann den Wettkampf: „Aber auch ein super Abschluss für den ersten harten Trainingsblock.“

Damian Wierling, Max Pilger und Fleming Redemann holte jeweils zwei Goldmedaillen. Alle Medaillen in der offenen Kasse in der Übersicht:

Strecke Schwimmer_in Jg. Platz Zeit
100m Brust Pilger, Maximilian 1996 1 01:00,19
50m Brust Pilger, Maximilian 1996 1 00:27,45
100m Schmett Redemann, Fleming 2000 1 00:53,49
50m Schmett Redemann, Fleming 2000 1 00:24,17
100m Freistil Wierling, Damian 1996 1 00:48,25
25m Freistil Wierling, Damian 1996 1 00:09,94
400m Lagen Zellmann, Poul 1995 1 04:18,51
800m Freistil Zellmann, Poul 1995 1 07:59,32
1500m Freistil Zellmann, Poul 1995 1 16:07,80
400m Freistil Zellmann, Poul 1995 1 03:47,73
200m Rücken Zellmann, Poul 1995 1 01:57,20
200m Lagen Zellmann, Poul 1995 1 01:59,15
200m Freistil Zellmann, Poul 1995 1 01:46,71
1500m Freistil Graw, Natalie 2001 2 17:52,79
50m Schmett Höpink, Lisa 1998 2 00:26,96
200m Brust Pilger, Maximilian 1996 2 02:12,98
100m Brust Ruhnau, Alice 1995 2 01:09,59
50m Brust Ruhnau, Alice 1995 2 00:31,57
100m Freistil Zellmann, Poul 1995 2 00:48,88
100m Freistil Höpink, Lisa 1998 3 00:55,04
100m Rücken Redemann, Fleming 2000 3 00:55,51
4x 50m Fr mixed Zibner, Sosna, Ruhanu, Bocska 2 01:41,20
4x 50m Lagen mixed Fobbe, Ruhnau, Sosna, T. van Loock 2 01:52,16

 

Nicht weniger erfolgreich waren die Junioren und die Jugend der SG Essen. 18 Medaillen gab es für den Nachwuchs aus Essen – davon 4 Goldmedaillen.

Nach den Smit Sport Opera Swim Classics hieß es für Lisa Höpink, Max Pilger, Damian Wierling und Poul Zellmann Koffer packen, um mit der Deutschen Nationalmannschaft nach Kumamoto zu fliegen, das ist im Süden von Japan, ca. 1200 km von Tokio entfernt liegt. Dort führt der Deutsche Schwimm-Verband ein Trainingslager durch, um sich schon mal an die Verhältnisse im Jahr der Olympischen Spiele zu gewöhnen.

Am 08. November geht der Flieger nach Tokio, wo eine Station des World Cups stattfindet. Die Deutsche Mannschaft mit Trainerin Nicole Endruschat fliegt am 12.11. wieder nach Deutschland. Damian fliegt nicht nach Deutschland sondern nach Brisbane an der Ostküste Australiens. Dort landet er am 12.11. und wird sich zusammen mit Cameron McEvoy, einem der besten Freistilschwimmer der Welt, auf die Weltmeisterschaften in China vorbereiten. Am 09.12. geht es dann über Hongkong nach Hangzhou, das ist ganz in der Nähe von Shanghai. Bis zum 16.12. finden dort die Kurzbahn-Weltmeisterschaften statt, für die Damian bereits qualifiziert ist.

Danach geht es dann endgültig wieder nach Hause und Damian wird am 17.12. in Frankfurt landen.

„Es wird eine sehr spannende Zeit“, sagt Damian Wierling. „Ich freue mich darauf. Ich habe so gehofft, dass es klappt. Die Australier haben alles gegeben, damit es möglich wird.“

Poul Zellmann’s Plan für die kommende Zeit in Japan und China ist: „In den nächsten Wochen wird es jetzt eher darum gehen, dass ich das hohe Tempo 400m lang halten kann.

Jetzt in Japan möchte ich das hohe Trainingsniveau halten und ohne die ‚Ablenkung‘ Uni versuchen so konzentriert wie möglich zu arbeiten. Was dann beim Weltcup an Zeiten rauskommt, ist absolut zweitrangig, da aktuell das Training im Vordergrund steht.“

Thomas Stuckert