Die Masters der SG Essen – Spitzenleistung in Kanada
„Die Eröffnungsfeier im Olympiastadion war ein Traum!“ Hans-Jürgen Schmidt (Jahrgang 1948) ist Monate nach den FINA -Masters-Weltmeisterschaften 2014 immer noch tief beeindruckt: „Da hatte ich Gänsehaut.“ Der mehrfache Deutsche Masters- Meister war einer von 14 SG Essen-Masters, die sich im vergangenen August in Montreal/ Kanada der internationalen Konkurrenz stellten.
„Schmitti“ schwamm gemeinsam mit Jürgen Burmann, Michael Menge und Manfred Zey über 4 x 50-Meter-Lagen in der Olympia-Arena von Montreal auf Platz 8. Katharina Ashauer (Platz 10 über 3.000 m im Freiwasser), Frank Deidewig (Platz 8 über 200-Meter-Schmetterling), Christel Halbach (Platz 10 über 50-Meter-Schmetterling) und die 4 x 50-Meter-Freistil-Staffel mit Manfred Zey, Jürgen Voigt, Hans-Jürgen Schmidt und Jürgen Burmann sorgten mit weiteren Platzierungen in der TOP 10 für respektable Leistungen im globalen Schwimmer-Wettstreit.
Die Teilnahme an Weltmeisterschaften alle zwei Jahre ist für viele Masters der SG Essen das ganz große Ziel. Den Trainingszyklus der 132 „aktiven erwachsenen Wettkampfschwimmer“ – wie die Fachsparte „Mastersport“ im Deutschen Schwimmverband (DSV) die Bezeichnung „Masters“ definiert – bestimmen aber die großen jährlichen nationalen Schwimmentscheidungen, die Deutschen Masters-Meisterschaften auf der kurzen und auf der langen Bahn – auch bei den SG Essen-Masters.
Die Masters-Abteilung ist bundesweit ähnlich bekannt und erfolgreich wie das Topteam und die Jugend der SG Essen. 2014 sicherten sich die Masters sieben Einzel- und elf Staffel- Titel bei Deutschen Meisterschaften. Der 2012 im Alter von 90 Jahren verstorbene Hermann Reitemeyer sorgte mit seinen drei Weltmeister-Titeln für den größten Erfolg der Essener Masters.
Gegründet wurden die SG Essen-Masters 1991. Erste Trainerin der „aktiven erwachsenen Wettkampfschwimmer“ war Ilse Kaiser. „Ille“ – in ihrer Jugend selbst erfolgreiche Schwimmathletin – leitete das Training der gerne als „Senioren“ belächelten Schwimmer von Beginn an bis Ende 2013 – ganze 22 Jahre – und sorgte mit ihrer Erfahrung im Becken und ihrem Einsatz am Beckenrand dafür, dass die SGE-Masters eine der ersten Adressen im Mastersport Schwimmen wurden.
Heute kümmern sich vier Trainer um den Trainingsbetrieb bei den Masters – Guido Borchers, Klaus Huhn, Jürgen Jaworski und Johannes Krips. Unterstützt werden sie dabei von Jürgen Voigt, der auch Koordinator der SGE-Masters ist. „Die 132 Aktiven trainieren in altersübergreifenden Leistungsgruppen“, erklärt Jürgen Voigt, Koordinator der SGE-Masters das neue Trainingskonzept. „Angeboten werden sieben Trainingszeiten an sechs Wochentagen. Der Trainingsschwerpunkt liegt im Schwimmzentrum Rüttenscheid. An den vier Haupttrainingsabenden – Montag bis Donnerstag – sind bis zu 70 Aktive dabei.
Mindestziel bei den SGE Masters – und damit Zugangsvoraussetzung – ist die Teilnahme an nordrheinwestfälischen Meisterschaften. Das setzt voraus, dass die Schwimmerinnen und Schwimmer die vom Schwimmverband NRW festgelegte Pflichtzeit auf der gewählten Wettkampfstrecke in der entsprechenden Altersklasse schwimmen – besser noch unterbieten.
Ob Hans-Jürgen Schmidt in diesem Jahr mit zu den Masters- Weltmeisterschaften ins russische Kazan reisen wird? Der Weltschwimmverband FINA hat beschlossen: Ab dem Jahr 2015 sollen die Weltmeisterschaften der Elite und der Masters gemeinsam ausgetragen werden. Die über 12.000 Teilnehmer in den Altersklassen sollen an den gleichen Stätten, mit den gleichen Kampfrichtern und im gleichen Flair wie die besten Schwimmer der Welt um Medaillen und Rekorde kämpfen.




