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SG Essen dominiert bei der DM alle vier Freistil-Strecken (Pressespiegel)

Heute in der WAZ/NRZ – Lokalsport in Essen und auf www.waz.de

von Rolf Hantel

Bei den Deutschen sorgt Damian Wierling bei Teamkollege Poul Zellmann für zusätzliche Motivation. Nun fahren sie beide zur WM nach Budapest.

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Poul Zellmann (Foto: Thomas Stuckert)

Die Fanfaren zur Siegerehrung sind verklungen und schon geht’s weiter mit der Vorbereitung auf die Schwimm-Weltmeisterschaften in Budapest (23.-30.Juli). Auch zwei Essener werden nach Ungarn fliegen: Poul Zellmann (22) und Damian Wierling (21), die beiden Jungspunde von der Startgemeinschaft Essen, haben sich bei der DM in Berlin jeweils zwei Titel geschnappt und gleichzeitig die U 23-Norm für die WM erfüllt.

Zwei Athleten bei den globalen Titelkämpfen, das ist für den Stützpunkt in Rüttenscheid eine feine Sache, zumal jahrelange Leistungsträger wie Dorothea Brandt, Isabelle Härle und Hendrik Feldwehr gar nicht am Start waren. Und insgesamt hat der Deutsche Schwimmverband überhaupt nur 14 Sportler für den Saisonhöhepunkt in Ungarn nominiert.

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Damian Wierling
(Foto: Thomas Stuckert)

Dass sich Wierling qualifizieren würde, das hat man ja fast schon vorausgesetzt, nachdem der junge Mann im vergangenen Jahr die nationale Freistil-Elite aufgemischt hatte. 2016 wurde er Deutscher Meister über die 100 Meter und 50 Meter, im Sprint sogar mit deutschem Rekord. Dafür wurde der ehemalige Helmholtz-Schüler allerdings erst jetzt im Berliner Europasportpark als „Newcomer des Jahres“ vom Deutschen Schwimmverband geehrt.

Zwölf Monate später fühlt sich Wierling aber noch längst nicht als Etablierter im Kreise der Nationalmannschaft. „Aber ich bin ja auch nicht mehr ganz so frisch dabei“, sagt er. Ein jüngerer Schwimmer halt – mit Erfahrung.

Bei den Olympischen Spiele viele Erfahrungen gemacht

Durch seinen Start bei den Olympischen Spielen in Rio hat der Essener viel erlebt, er weiß inzwischen, wie es läuft bei solchen internationalen Großereignissen, was ihm auch in Budapest helfen könnte. Entsprechend gelassen wirkt Wierling. Nur, die Gesundheit macht ihm schon wieder zu schaffen, wie so oft in den vergangenen Monaten. Diesmal ist es die Bizeps-Sehne, die sich möglicherweise durch das sehr intensive Krafttraining entzündet hat. Nichts Großes, aber das Training muss der junge Mann schon reduzieren. Bei der Leistungsdiagnostik in Hamburg, wo sich die DSV-Athleten noch bis Donnerstag testen lassen, ist für ihn vor allem die Diagnose der Ärzte spannend.

Während Wierling die kurzen Freistil-Strecken besetzt, ist Poul Zellmann für die Mittelstrecke zuständig. Er hatte sich gleich am ersten Tag bei der DM über die 400 Meter Freistil für die WM qualifiziert. Erst danach folgte das wahre Husarenstück. Am Abend vor der Entscheidung über 200 Meter Freistil erhielt Zellmann noch eine SMS von nebenan. Klubkollege Wierling, bereits zweimal mit Gold dekoriert, forderte ihn natürlich im Spaß auf, sich gefälligst am nächsten Tag ins Zeug zu legen, damit die SGE auf allen vier Freistil-Strecken den Deutschen Meister stelle. Zellmann wuppte es und holte sich tatsächlich sein zweites Gold. „Damit hatte niemand gerechnet, ich am wenigsten“, sagte Zellmann. „Aber an diesem Tag hat wirklich alles gepasst. Ich war auf den Punkt topfit.“

Schon im Vorlauf ein Ausrufezeichen gesetzt

Schon im Vorlauf hatte Zellmann als Schnellster ein Ausrufezeichen gesetzt. Er hatte auf seine Chance spekuliert und bekam sie im Finale. „Bei 175 Metern habe ich nach rechts geschaut, da war keiner, dann nach links, war auch keiner. Also Kopf runter und durch.“ Es steht mittlerweile fest, dass auch die 4×200 Meter Staffel bei der WM gemeldet wird. Dort schwimmt Zellmann, Damian Wierling dafür über die 4×100 Meter Lagen.

Zellmann, der Langstreckler, hat sich mittlerweile an die kürzen Distanzen gewöhnt, was auch eine Folge des Krafttrainings ist. Und er findet sie sogar richtig angenehm im Vergleich zu den unendlichen, zähen 1500 Metern. Logisch. „Wo es am besten läuft, da hat man auch den meisten Spaß.“