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Schwimm-DM 2018: Die EM steckt schon im Hinterkopf (Pressespiegel)

Heute in der NRZ/WAZ – Lokalsport in Essen und auf www.waz.de

Vier Tage kämpft die deutsche Schwimm-Elite in Berlin um Edelmetall. Die Essener EM-Teilnehmer haben die Wettkämpfe in Glasgow schon im Kopf.
„Es könnte einige überraschende Ergebnisse geben“, glaubt Nicole Endruschat. Und das durchaus auch in negativer Hinsicht, meint sie. Die Cheftrainerin am Bundesstützpunkt in Rüttenscheid weiß, dass diese Deutschen Meisterschaften, die am Donnerstag im Berliner Eurosportpark beginnen, unter ganz anderen Voraussetzungen stattfinden werden als in all den Jahren zuvor. Denn bereits jetzt wirft die Europameisterschaft Anfang August in Glasgow ihre Schatten auf die nationale Ebene. Die EM steht im Fokus der Elite, dort will der Deutsche Schwimmverband (DSV) endlich wieder den Anschluss zu Europas Spitze finden. Zunächst einmal, bevor man überhaupt einen globalen Maßstab anlegt.

Bundestrainer Henning Lambertz musste sich nach der verkorksten WM im vergangenen Jahr in Budapest wieder etwas Neues einfallen lassen. Lediglich eine Silbermedaille gab es dort für den DSV, ansonsten vor allem Frust und Enttäuschung. Nichts hatte sich verbessert im Vergleich zu den Olympischen Spielen in London und Rio, wo die deutschen Beckenschwimmer jeweils mit leeren Händen abgereist waren. Der Qualifikationsmodus für die EM war diesmal ein anderer. Nicht bei den nationalen Titelkämpfen müssen die Asse ihre Top-Leistung abrufen, um sich für die EM zu empfehlen, sondern es stand ihnen erstmals ein dreimonatiger Qualifikationszeitraum zur Verfügung, der Ende Januar geöffnet wurde.

Damian Wierling von der SG Essen war ganz früh dran. Deutschlands schnellster Freistilschwimmer erfüllte die Norm über die 50 Meter bereits im Januar in Luxemburg. Die anderen folgten ihm peu à peu. Mit Wierling werden seine Klubkollegen Poul Zellmann, Max Pilger, Marius Kusch und zu guter Letzt die junge Freiwasser-Schwimmerin Jeanette Spiwoks in Glasgow antreten.

Training ist auf die EM ausgelegt

Das steht fest und würde sich auch durch eine relativ schwache Leistung in Berlin nicht ändern. Eine schwache Leistung? Das könnte passieren. Zwei Wochen vor den kontinentalen Titelkämpfen werden die Asse wohl kaum ihre Bestleistung erreichen, während die Konkurrenz, die nicht mit auf die Insel reist, am Wochenende auf den Punkt vorbereitet sein dürfte. „Da könnte es schon passieren, dass man gegen einen verliert, den man sonst locker wegsteckt“, weiß Endruschat.

Der Medaillenspiegel wird möglicherweise ein verzerrtes Bild vom eigentlichen Leistungsvermögen wiedergeben. „Das ist nun mal so gewollt“, sagt die Cheftrainerin gelassen. Sie beurteilt diese neue Art der Vorbereitung positiv, weil man zum Saisonhöhepunkt hin nicht noch einmal im Training die Form neu aufbauen müsse. Allerdings sieht sie auch eine mentale Herausforderung für die EM-Starter. Die müssen möglicherweise einen DM-Titel opfern, damit sie bei der EM-Teilnahme topfit sind. „Die Jungs sind natürlich alle ehrgeizig und ich weiß, dass sie nicht gerne zugucken, wenn jemand an ihnen vorbeischwimmt“, sagt Endruschat. „Die Situation ist sicherlich nicht einfach für sie.“

Brustschwimmerinnen als Hoffnung

Die Startgemeinschaft Essen hat 16 Athleten für Berlin gemeldet. Neben den vier EM-Teilnehmern Damian Wierling, Poul Zellmann, Max Pilger und Marius Kusch sind es vor allem die Brustschwimmerinnen Alice Ruhnau, Michelle Lambert und Delaine Goll, die sich Medaillenchancen ausrechnen. Der Rest geht durchaus noch als Nachwuchs durch, der vor allem Erfahrung sammeln soll. Bei den Staffeln erhofft sich Nicole Endruschat ebenfalls einiges. Bei den 4x100m Lagen der Frauen ist die SGE Titelverteidiger, die Männer haben dort recht gute Aussichten, vorne mitzuschwimmen; ebenso das 200m-Freistil-Quartett, in dem allerdings Alexander Eckervogt erkrankt ist.

Die Zeiten, an denen am ersten Wettkampftag lediglich die langen Strecken geschwommen wurden, sind vorbei. Es geht gleich zum Auftakt ans Eingemachte. Poul Zellmann startet am Donnerstag über die 400m Freistil, Max Pilger, dessen Spezialstrecke die 200m Brust sind, über die 50 Meter, wo auch das zuvor erwähnte Essener Frauen-Trio um Medaillen kämpfen will.

Das ist das SGE-Aufgebot bei der DM in Berlin

Frauen: Kathrin Demler, Leonie Göbels, Delaine Goll, Lisa Höpink, Ivana Janssen, Michelle Lambert, Alice Ruhnau, Hana van Loock, Miki van Loock.

Herren: Marc Brock, Marius Kusch, Max Pilger, Andreas Rossa, Matthias Sosna, Damian Wierling, Poul Zellmann.

>>524 TEILNEHMER AUS 167 VEREINEN DABEI

Vom heutigen Donnerstag bis einschließlich zum Sonntag (22. Juli) finden die Deutschen Meisterschaften in der Schwimm- und Sprunghalle im Berliner Europasportpark statt.

haben 524 Teilnehmer aus 167 Vereinen für die Titelkämpfe bei der 130. Auflage gemeldet.

von Rolf Hantel

Quelle: https://www.waz.de/sport/lokalsport/essen/sg-essen-drohen-bei-dm-in-berlin-negative-ueberraschungen-id214878339.html