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Schwimm-WM: Die Nervosität schwimmt bei den SGE-Assen mit

Heute in der WAZ/NRZ-Lokalsport in Essen und auf www.waz.de

von Rolf Hantel

Poul Zellmann und Damian Wierling vor Saison-Highlights in Budapest. Unter den 14 deutschen Aktiven sind immerhin zwei Essener.

Der Saisonhöhepunkt steht bevor. Am kommenden Sonntag beginnen in Budapest die Schwimm-Weltmeisterschaften für die Beckenschwimmer. Ein Jahr nach den Olympischen Spielen in Rio wird es eine neuerliche Standortbestimmung für den Deutschen Schwimmverband (DSV) mit den zentralen Fragen: „Ist der DSV auf dem richtigen Weg? Hat er wenigstens ein paar Meter Boden gut machen können auf die Weltelite?“ In Rio hatte es nicht eine Medaille gegeben, nur sieben Athleten erreichten überhaupt einen Endlauf, so die traurige Bilanz.

Viele neue junge Gesichter dabei
Mit dem Beginn des neuen Olympia-Zyklus und einem personellen Umbruch soll vieles besser werden. Das Training wurde umgestellt, vor allem die Arbeit im Kraftraum intensiviert, dazu wurden die Qualifikationsnormen strenger formuliert. Nur 14 deutsche Athleten haben es deshalb über die DM in Berlin nach Ungarn geschafft. Viele neue und junge Gesichter sind dabei, darunter auch zwei Asse der Startgemeinschaft Essen, Damian Wierling (21) und Poul Zellmann (22).

Am Dienstag ist die deutsche Kleingruppe in Budapest gelandet. Eine recht entspannte Anreise war’s, rund anderthalb Stunden Flug von Frankfurt aus. Gut zwei Wochen hatten sich die Schwimmer gemeinsam am Bundesstützpunkt in Heidelberg auf die WM vorbereitet. Vom eher rustikalen Charme eines Leistungszentrums wechselten sie ins klimatisierte Hotelzimmer, die nagelneue Schwimmhalle mit Fünf-Sterne-Standard lädt ebenfalls zum Wohlfühlen ein. Und die Stimmung auf den Rängen wird großartig sein, weil der Schwimmsport in Ungarn eine große Popularität besitzt. Klingt doch gut, gleichwohl wird es verdammt schwer für die DSV-Asse, sich im Feld der Weltbesten halbwegs zu behaupten.

Talente wie Zellmann und Wierling brauchen noch Zeit, so viel steht fest. Medaillen sind für die beiden utopisch. Langstreckler Poul Zellmann ist bereits am Sonntag, dem ersten Wettkampftag, über die 400 Meter Freistil gefordert. „Wenn er die Leistung von der DM wiederholt, wäre das okay“, sagt Nicole Endruschat, Cheftrainerin am Bundesstützpunkt in Rüttenscheid und Mitglied im Bundestrainer-Stab. Beim nationalen Entscheid in Berlin knackte der Essener gleich am ersten Tag die Norm und schnappte sich den Titel. Doch die Weltspitze ist noch weit entfernt für den jungen Mann, der in der jüngsten Vergangenheit von einer persönlichen Bestzeit zur nächsten schwamm und national den Gipfel erstürmte. Über die 400 Meter gibt es kein Halbfinale, der Endlauf wiederum dürfte für ihn unerreichbar sein.

Am Montag stehen für Zellmann die 200 Meter Freistil auf dem Programm. Bei der DM in Berlin machte er über diese Strecke sein Meisterstück, das ihm niemand zugetraut hatte. „Wenn er diese sensationelle Leistung wiederholt, dann könnte es für das Halbfinale reichen“, schätzt Endruschat. Mit der 4×200 Meter Freistil-Staffel (Freitag) darf sich Zellmann sogar Endlaufchancen ausrechnen. Für ihn ist es der erste richtig große internationale Einsatz, noch eine Nummer größer als bei der Kurzbahn-WM, und das spürt man auch. „Wichtig wird sein, dass er mit seiner Nervosität umgehen kann“, glaubt die Trainerin. „Das muss er lernen.“

Halbfinale sollte möglich sein
Wie schwer auch das sein kann, spürt gerade Damian Wierling. Das wichtigste Event überhaupt hat der 21-Jährige gewissermaßen am Anfang seiner Karriere erlebt. Natürlich hat der Freistilspezialist in Rio schon wichtige Erfahrungen gesammelt. Doch auch ihm ist eine gewisse Nervosität anzumerken. Als Deutscher Meister über 50 und 100 Meter Freistil (Vorlauf Freitag bzw. Mittwoch) wird er sich auf diese Distanzen konzentrieren. „Dort sollte das Halbfinale möglich sein“, meint Nicole Endruschat. Weitere Einsatzzeiten wird Wierling bei der 4×100 Meter Lagen-Staffel der Männer (nächsten Sonntag) und im Mixed (Mittwoch) bekommen.

Die 50 Meter Schmetterling am Sonntag sind dagegen mehr zum Einschwimmen, um das Becken kennenzulernen, Atmosphäre zu schnuppern. So eine Weltmeisterschaft ist halt etwas Besonderes.

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