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Lisa Höpink gewinnt Titel und ist auf einem guten Weg (Pressespiegel)

Heute in der WAZ/NRZ – Lokalsport in Essen
von Rolf Hantel

Die Startgemeinschaft Essen ist mit dem Abschneiden bei der Kurzbahn-DM in Berlin zufrieden. Auch bei den Junioren gibt es zwei Titelträger.

Lisa Höpink (Foto: Thomas Stuckert)

Schlagzeilen machten die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Berlin in diesem Jahr nun wir wirklich nicht. Die nationale Elite war zum großen Teil bei der EM, die parallel zum nationalen Entscheid in Kopenhagen ausgetragen wurde, und die Titelkämpfe auf der 25 Meter Bahn sind ja ohnehin in der Rangordnung noch nie ganz oben angesiedelt worden. Aber für das 22-köpfige Aufgebot der SG Essen waren die Wettkämpfe im Eurosportpark eine Standortbestimmung.
„Es ist insgesamt sehr gut gelaufen für uns“, fasst Nicole Endruschat, Cheftrainerin am Bundesstützpunkt in Rüttenscheid, zufrieden zusammen. „Die meisten aus der Mannschaft sind persönliche Bestleistung geschwommen.“ Gereicht hat das in der offenen Klasse allerdings nur zu zwei Titeln, wobei die Essener neben den zahlreichen Nachwuchskräften auch nur drei Schwimmerinnen aus dem Top-Team aufgeboten hatten. Und die erfüllten die Erwartungen.
Allen voran Lisa Höpink, die im Einzelrennen die einzige Goldmedaille für die Startgemeinschaft gewann. Über 100 Meter Freistil siegte die 19-Jährige in 53,95 Sekunden und blieb damit erstmals unter der magischen Marke von 54 Sekunden. „Das haben in Deutschland auch noch nicht so ganz viele geschafft“, lobte der SGE-Vorsitzende Bernhard Gemlau. Und bei der EM in Kopenhagen hätte diese Zeit immerhin für den Einzug ins Halbfinale gereicht.

Höpink scheint auf einem guten Weg zu sein. Die Umstellung auf die kürzeren Distanzen, nachdem ihre Entwicklung etwas stagnierte, scheint zu fruchten. Das Ziel für das kommende Jahr ist entsprechend eindeutig formuliert: Lisa Höpink will sich für die EM im August 2018 in Glasgow qualifizieren. „Sie muss jetzt den nächsten Schritt machen“, sagt Endruschat. Über 50 Meter Schmetterling gewann Höpink Silber, über die 100 Meter Schmetterling Bronze. Also ein kompletter Medaillensatz für sie.

Die 4x50m Lagenstaffel in der Besetzung Micki van Loock, Alice Ruhnau, Lisa Höpink und Ivana Janssen sicherte sich das zweite Gold für Essen. Und die gleiche Crew holte Silber über 4x50m Freistil. Ebenfalls deutsche Vizemeister sind Michelle Lambert (200 Meter Brust) und Alice Ruhnau (50 Meter Brust). Ruhnau blieb dabei erstmals unter 31 Sekunden.

Dass in Rüttenscheid auch eine Talentschmiede steht, zeigte die Junioren-Wertung, in der es dreimal Gold für die Essener gab. Die Ausbeute teilten sich Marc Brock (Jg. 2000), Juniorenmeister über 200 Meter Rücken und 800 Meter Freistil, sowie Sophia Beckers, die sich über 200 Meter Schmetterling behauptete. Beide Talente überzeugten bei ihren zahlreichen Starts in Berlin wieder einmal durch enorme Vielseitigkeit.

Gold war nicht unbedingt zu erwarten
Vor allem über 800 Meter Freistil überraschte Marc Brock. „Dass er vorn mit dabei sein kann, haben wir gewusst“, sagte Nicole Endruschat. Doch Gold war nicht unbedingt zu erwarten.
Am Montagnachmittag reiste der SGE-Tross mit der Bahn zurück nach Essen. Dort wird noch bis zum Wochenende trainiert, dann geht’s in die Weihnachtspause. Aber nur kurz. Am 2. Januar fliegen die Asse schon wieder ins Trainingslager nach Südafrika, Ende Januar findet dann der erste Wettkampf des Jahres in Luxemburg statt. Dort beginnt dann auch schon die Qualifikationsphase für die Europameisterschaft in Glasgow.

Übrigens: Die SGE hat noch drei Rekordversuche angemeldet: Am Mittwoch wollen die Essener am Thurmfeld die nationalen Bestmarken über 4x200m Freistil (Männer) sowie über 10x100m Brust und 4x200m-Brust (Frauen) knacken.

Von Tag zu Tag gesteigert
Direkt aus dem Trainingslager in Australien war Damian Wierling zu den Kurzbahn-Europameisterschaften nach Kopenhagen geflogen, wo er der einzige Vertreter der SG Essen war. Allerdings musste sich Wierling wohl erst einmal ein wenig akklimatisieren, denn zu Beginn der Wettkämpfe tat sich der Freistilschwimmer etwas schwer. „Doch er wurde von Tag zu Tag besser“, lobt Cheftrainerin Nicole Endruschat. Über 100 Meter Freistil erreicht Wierling in guten 47,4 Sekunden das Halbfinale. Auch in den Staffeln überzeugte der Essener, für eine Medaille reichte es allerdings nicht.

Deutsche Kurzbahnmeister_innen und Medaillen-Gewinner_innen in der Übersicht (Thomas Stuckert)

Deutsche Kurzbahnmeisterin
Lisa Höpink (Jg. 1998) über 100m Freistil in 00:53,95.
4x 50m-Lagenstaffel der Damen in der Besetzung Miki van Loock (Jg. 2002), Alice Ruhnau (Jg. 1994), Lisa Höpink (Jg. 1998) und Ivana Janssen (Jg. 2000) in 01:52,50
Deutsche Junioren-Kurzbahnmeister_in
Sophia Beckers (Jg. 2001) über 200m Schmetterling in 02:15,69
Marc Brock (Jg. 2000) über 200m Rücken in 01:58,82.
Marc Brock (Jg. 2000) über 800m Freistil in 08:01,94

Silber in der offenen Klasse
Lisa Höpink (Jg. 1998) über 50m Schmetterling in 0:26,66
Alice Ruhnau (Jg. 1995) über 50m Brust 00:30,83.
Michelle Lambert (Jg. 1994) über 200m Brust Silber in 02:24,63
4x 50m Freistilstaffel der Damen in der Besetzung Ivana Janssen (jg. 2000), Lisa Höpink (Jg. 1998), Alice Ruhnau (Jg. 1995) und Miki van Loock (Jg. 2002) in 01:42,46
Silber bei den Junioren
Marc Brock (Jg. 2000) über 100m Rücken 00:54,95.
Franke Wilke (Jg. 2002) über 400m Freistil in 04:19,41

Bronze in der offenen Klasse
Michelle Lambert (Jg. 1994) über 100m Brust in 01:07,04
Delaine Goll (Jg. 1999) über 200m Brust in 2:25,87
Lisa Höpink (Jg. 1998) über 100m Schmetterling in 00:59,19